Unsere Kriterien
im Überblick.

In acht Themenfeldern prüfen wir, wie gut ein Gebäude auf die Mobilität und Logistik ausgerichtet ist. Diese Kriterien sind jeweils auf die Schwerpunkte angepasst.

Büro / Gewerbe
Gebäude

Die Kriterien und Fragen beziehen sich auf Gebäude und kleinere Cluster bzw. kleineres Campi. Ziel dieses Systemes ist die Definition von relevanten Fragen auf einer strategischen Ebene und der Anleitung zu baulichen Details.
Die folgende Seite ist eine Auflistung der Kriterien – für die Anwendung bei der Bewertung haben wir eine nutzerfreundliche Software entwickelt, die allen Fellows und Kund:innen zur Verfügung steht. Hierin sind auch weitere Erläuterungen und konrekte Planungshinweise enthalten.

A.
Gehen & Rollen

Blick von der Straße aus in einen verkehrsberuhigten Bereich eines Wohnquartiers mit viel Grün und Sitzgelegenheiten

Das Gehen ist immer noch der am stärksten unterschätzte Mode einer nachhaltigen Stadt-, Quartiers- und Gebäudeentwicklung. Konzepte wie die 15-Minuten-Stadt rücken diesen elementaren Mode wieder in den Fokus. Darüber hinaus gibt es eine stärkere Sensibilisierung für Gesundheit in der Mobilität und eine Raumplanung für alle.

Die Kriterien beziehen sich auf Aspekte für Fußgänger:innen sowie in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen. Es wird der Bereich von Grundstücksgrenze bis zu Mieteinheit bewertet – hierzu gehören der Freiraum auf dem Grundstück sowie die Erschließungsflächen im Inneren des Gebäudes.

Good-Mobility-zertifizierte Gebäude sind hervorragend für das Gehen und Rollen erschlossen, barrierefrei und an fußläufigen Desire Lanes ausgerichtet. Sie vermeiden Angsträume und sind für alle Nutzenden optimiert.

B.
Fahrrad

Von allen Verkehrsträgern kann das Fahrrad die Mobilitätswendeziele am schnellsten und mit den geringsten Kosten realisieren. Die Wohlfahrtsgewinne einer starken Fahrradkultur und entsprechender Infrastrukturen sind immens. Nutzer:innen von Gebäuden erwarten eine gute User Experience für das Radfahren – die Standards in diesem Bereich werden kontinuierlich steigen.

Geprüft werden  Aspekte der Zuwegung und Erreichbarkeit des Fahrradparkens und die Qualität von Fahrradstellplätzen (inkl. ergänzender Service-Angebote). Es wird beim Fahrradparken in vier relevante Nutzungen unterteilt: Parken für Mitarbeitende (Langzeit), Parken für Besuchende / Gäste (Kurzzeit), Anforderungen für E-Bikes und Cargo-Bikes.

Good-Mobility-zertifizierte Gebäude sind im Hinblick auf eine  gute Fahrrad-Experience optimiert. Das betrifft Infrastrukturen und ein breit gefächertes Set an Services entlang der gesamten User Journey.

C.
ÖPNV

Die ÖPNV-Anbindung von Immobilien ist in der Regel vorgegeben. Dennoch können Entwicklungsgesellschaften hier aktiv werden, indem sie klug mit den örtlichen ÖPNV-Betreibergesellschaften kooperieren und deren Angebote nutzen.

Die Kriterien beziehen sich insbesondere auf Projekte ohne sehr gute ÖV-Erschließung. In Projekten im Lage-Index A entfällt die Bewertung dieses Prüffeldes, da bereits eine sehr gute ÖV-Erschließung vorliegt.

Good-Mobility-zertifizierte Gebäude sind Teil des Gesamtquartiers. Sie sind über Desire Lanes in Richtung des ÖPNV ausgerichtet und haben eine gut gestaltete Letzte Meile.

D.
Pkw

Das eigene Auto ist Ausgangspunkt der kommunalen Stadtentwicklungs- und Verkehrswende-Debatten. Dabei wissen wir, dass auch künftig das Auto — nicht nur für mobilitätseingeschränkte Personen — eine Rolle im kommunalen Verkehrssystem spielen wird. 

Dieses Kapitel beschreibt Kriterien zum Themenfeld Pkw (u.a. Anzahl der Pkw-Stellplätze, die Elektrifizierung und Anpassungsfähigkeit der Infrastruktur, Vergabe und Management der Stellplätze).

Good-Mobility-zertifizierte Gebäude haben eine gute Nutzerfreundlichkeit für Alle und verringern langfristig den MIV gemäß der lokalen Mobilitätswendeziele.

E.
Sharing

Quartiere und Gebäude sind ideale Punkte für geteilte Mobilität. Menschen mit hohem lokalen und sozialen Identifikationspotenzial kommen zusammen und teilen sich Fahrzeuge. Über gute Planung und Vereinbarungen können Entwicklungsgesellschaften die spätere Nutzung positiv beeinflussen.

Zu den Kriterien gehören u.a. die Bereitstellung von Flächen für Carsharing, die Umsetzung von multi-modalen Mobilitätsstationen auf dem Grundstück oder die Förderung von Mobilitätsstationen im Umfeld. Die Verbindlichkeit der geplanten Umsetzung ist für die Bewertung für Vor-Zertifizierungen relevant.

Good-Mobility-zertifizierte Gebäude bieten geteilte Mobilität an und fördern eine stadtverträgliche Mobilitätskultur.

F.
Logistik

Die Organisation von Logistik zum bzw. am Gebäude ist ein wichtiger Bestandteil der Mobilität. Lieferungen nehmen zu und werden komplexer. Das Ziel ist es, die gesamte Breite der Logistik quartiersverträglich zu organisieren.

In diesem Themenfeld beschreiben wir Maßnahmen wie Anlieferungszonen oder Anlieferungspositionen, Paketstationen, Berücksichtigung von Flächen für die Anlieferung mit Cargo-Fahrrädern.

Good-Mobility-zertifizierte Gebäude sind mit Blick auf die Anforderungen einer smarten Citylogistik optimiert – vom Cargobike bis zu großen Transportfahrzeugen.

G.
Mobilitäts-Management

Mobilität von Nutzer:innen von Immobilien kann gemanagt werden. Schon bei der Suche nach künftigen Mieter:innen und/oder Nutzer:innen startet das Mobilitätsmanagement: Von Absichtserklärungen bis hin zu konkreten Maßnahmen können Entwicklungsgesellschaften und künftige Nutzer:innen die Verkehrswendeziele aktiv unterstützen.

Während der Planungsphase (Vor-Zertifikat) stehen zum Teil noch keine Mieter fest. Daher kann zu dem frühen Zeitpunkt die Umsetzung von Management-Maßnahmen noch nicht abschließend beurteilt werden. Vor diesem Hintergrund werden gebäudeseitige Maßnahmen und Absichtserklärungen bewertet.

Good-Mobility-zertifizierte Gebäude sind smart gemanagt. Sie entwickeln Lösungen in diesem Innovationsfeld über ein lernendes Facility Management.

H.
Strategie und Prozess

Bis heute ist der Mobilitätsfußabdruck der meisten Gebäude und Quartiere unbekannt. Daten werden auf dieser städtebaulichen Körnung kaum erhoben oder sind veraltet. Wir optimieren den Mobilitätsfußabdruck von Gebäuden und messen das Mobilitätsverhalten von Nutzer:innen im Rahmen des Zertifizierungsprozesses.

Dieses Kapitel beschreibt Kriterien zum Themenfeld Strategie. Die Vor-Zertifizierung erhöht die Verbindlichkeit für die Entwicklungsgesellschaft ggü. den zentralen Stakeholdern. Hierbei werden insbesondere Abstimmungen und Einbindungen der Stadtgesellschaft bzw. Nachbarschaft bewertet, die über die verpflichtenden Elemente im Planungsprozess hinaus gehen.

Good-Mobility-zertifizierte Gebäude geben bezogen auf kommunale Mobilitätsziele verbindliche Zusagen und geben Auskunft über den Mobilitätsfußabdruck der Nutzer:innen.